Gymnasiale Maturitätsschule / Gymnasium

Schlüsselbegriffe: EVAMAR: Evaluation der Maturitätsreform / Mobilität und Austausch / Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung

Gymnasiale Maturitätsschulen bereiten auf den Eintritt in weiterführende Ausbildungsgänge auf der Tertiärstufe vor, namentlich auf ein Studium an einer universitären Hochschule. Gymnasiale Maturitätsschulen gibt es in allen Kantonen. Bund und Kantone regeln die Anerkennung der gymnasialen Maturitätsschulen gemeinsam. 1995 erfolgte mit der Verordnung des Bundesrates bzw. mit dem gleich lautenden Reglement der EDK über die Anerkennung von gymnasialen Maturitätsausweisen (MAV/MAR) eine Totalrevision der Maturitätsausbildung. Damit haben die Schülerinnen und Schüler mehr Wahlmöglichkeiten und ein individualisiertes Bildungsprofil erhalten. Eingeführt wurden ein Wahlfachsystem mit Grundlagenfächern, einem Schwerpunkt- und einem Ergänzungsfach, das Erstellen und Präsentieren einer grösseren eigenständigen Maturaarbeit und ein neuer Rahmenlehrplan. Die Maturitätsreform ist durch das Projekt EVAMAR (Evaluation der Maturitäts-Reform) in zwei Etappen (2002-2004 und 2005-2008) evaluiert worden.

Organisation der gymnasialen Maturitätsausbildung

Gliederung und Dauer der gesamten Ausbildung bis zur Maturität variieren je nach Kanton. Die Ausbildung von der Primarstufe bis zur Erlangung der gymnasialen Maturität dauert insgesamt mindestens 12 Schuljahre.

Der Eintritt in eine gymnasiale Maturitätsschule erfolgt mehrheitlich letzten Schuljahr der Sekundarstufe I. In der Regel dauert sie vier Jahre. Bei einem dreijährigen Maturitätslehrgang (Eintritt im Anschluss an die Sekundarstufe I) muss im letzten Schuljahr auf der Sekundarstufe I eine gymnasiale Vorbildung erfolgen. Verschiedene deutschsprachige Kantone führen neben gymnasialen Maturitätsschulen mit einer vierjährigen Ausbildungsdauer (Kurzzeitgymnasium) auch gymnasiale Maturitätsschulen, in denen der Eintritt bereits nach der Primarstufe erfolgt (Langzeitgymnasium; Dauer: sechs Jahre). Die französisch- und italienischsprachige Schweiz kennt keine Langzeitgymnasien.

Jeder Kanton legt eigenständig die Aufnahmebedingungen für die gymnasialen Maturitätsschulen fest. Diese lassen sich grob in drei Typen unterteilen:

  • Durchschnitt von Erfahrungsnoten in der Regel bei Schülerinnen und Schülern aus dem Schultyp auf der Sekundarstufe I mit höheren Ansprüchen. Bei Ungenügen kann auf Wunsch der Eltern eine Aufnahmeprüfung absolviert werden.

  • Erfahrungsnote und Empfehlung der Lehrperson der abgebenden Schule. Liegt keine Empfehlung vor, kann auf Wunsch der Eltern eine Aufnahmeprüfung absolviert werden.

  • Aufnahmeprüfung und/oder Erfahrungsnoten und/oder Empfehlung der abgebenden Schule.

Aufnahmeprüfungen erfolgen in der Regel schriftlich, teilweise werden zusätzlich mündliche Prüfungen durchgeführt. Geprüft werden vorwiegend die Erstsprache, Fremdsprachen und Mathematik.

Personen, die den gymnasialen Maturitätsabschluss nachholen möchten, können eine anerkannte gymnasiale Maturitätsschule für Erwachsene besuchen (Dauer: mindestens drei Jahre). Ein gymnasialer Maturitätsausweis kann auch erworben werden, ohne eine anerkannte gymnasiale Maturitätsschule oder eine Maturitätsschule für Erwachsene zu besuchen: Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) bietet die Möglichkeit, die Schweizerische Maturitätsprüfung zu absolvieren. Die Vorbereitung auf die Prüfung ist frei, sie kann über eine private Maturitätsvorbereitungsschule oder autodidaktisch erfolgen.

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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 12.01.2017

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