Höhere Fachschulen (HF)

Schlüsselbegriffe: Berufsbildung Schweiz / Kopenhagen-Prozess / Steuerung der Berufsbildung

Die höheren Fachschulen vermitteln den Absolvierenden die Kompetenzen, in ihrem Bereich selbstständig Fach- und Führungsverantwortung zu übernehmen. Die Bildungsgänge und Nachdiplomstudien sind praxisorientiert und fördern insbesondere die Fähigkeit zu methodischem und vernetztem Denken. Zudem bieten sie weiterführende Qualifikationen für die Analyse von berufsbezogenen Aufgabenstellungen und zur praktischen Umsetzung der erworbenen Kenntnisse an.

Die höheren Fachschulen bieten eidgenössisch anerkannte Bildungsgänge für folgende Bereiche an:

  • Technik

  • Gastgewerbe, Tourismus und Hauswirtschaft

  • Wirtschaft

  • Land- und Waldwirtschaft

  • Gesundheit

  • Soziales und Erwachsenenbildung

  • Künste, Gestaltung und Design

  • Verkehr und Transport

Die Verordnung des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) über Mindestvorschriften für die Anerkennung von Bildungsgängen und Nachdiplomstudien der höheren Fachschulen vom 11. März 2005 regelt die Voraussetzungen, unter denen die Bildungsgänge und Nachdiplomstudien an höheren Fachschulen eidgenössisch anerkannt werden. Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) ist zuständig für die Anerkennung der Bildungsgänge. Die eidgenössische Kommission für höhere Fachschulen begutachtet zuhanden des SBFI die Gesuche. Bildungsgänge werden von kantonalen oder privaten Bildungsinstitutionen angeboten. Die Kantone haben die Aufsicht über die Bildungsgänge der höheren Fachschulen inne.

Aufnahmebedingungen

Zusätzlich zum Abschluss der Sekundarstufe II (eidgenössisches Fähigkeitszeugnis, abgeschlossene Fachmittelschule, gymnasiale Maturität) können für die Zulassung zu höheren Fachschulen Berufserfahrung und eine Eignungsabklärung verlangt werden. Die Zulassungsbedingungen sind für die verschiedenen Bildungsbereiche im Anhang der Verordnung des WBF über Mindestvorschriften für die Anerkennung von Bildungsgängen und Nachdiplomstudien der höheren Fachschule geregelt. Umfang und Inhalt der Eignungsabklärungen werden von den Bildungsanbietern geregelt.

Rahmenlehrpläne

Jeder Bildungsgang beruht auf einem gesamtschweizerisch gültigen Rahmenlehrplan, den die Bildungsanbieter in Zusammenarbeit mit den Organisationen der Arbeitswelt (OdA) entwickeln. Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) genehmigt die Rahmenlehrpläne auf Antrag der Eidgenössischen Kommission für höhere Fachschulen (EK HF). Die Rahmenlehrpläne legen u.a. das Berufsprofil und die zu erreichenden Kompetenzen, Bildungsbereiche und ihre zeitlichen Anteile, sowie die Inhalte des Qualifikationsverfahrens fest. Im Unterricht wird die jeweilige Landessprache gesprochen. Zweisprachiger Unterricht oder Englisch im Unterricht sind möglich.

Organisation der Ausbildung und Abschluss

Die vollzeitliche Bildung dauert inklusive Praktika mindestens zwei Jahre, die berufsbegleitende Bildung mindestens drei Jahre. Bei der berufsbegleitenden Ausbildung ist eine Berufstätigkeit im entsprechenden Gebiet von mindestens 50% vorgeschrieben. Für die Bildungsgänge gelten Mindestzahlen an Lernstunden. Die Bildungsanbieter erlassen eine eigene Promotionsordnung. Das Qualifikationsverfahren für das Abschlussdiplom wird in der Verordnung des WBF über Mindestvorschriften für die Anerkennung von Bildungsgängen und Nachdiplomstudien der höheren Fachschulen geregelt. Die Qualifikationsverfahren bestehen mindestens aus einer praxisorientierten Diplom- oder Projektarbeit und aus mündlichen oder schriftlichen Prüfungen.

Die Titel von anerkannten höheren Fachschulen, sind gesetzlich geschützt: Im Diplom werden der Bildungsgang und der entsprechende Titel mit «dipl.» und den Ergänzungen «HF» aufgeführt (bspw. «dipl. Techniker/dipl. Technikerin HF Holzbau»). Mit einem Diplom einer höheren Fachschule ist der Zugang zu einem Bachelor-Studiengang an einer Fachhochschule im gleichen oder verwandten Fachbereich möglich. Nachdiplomstudiengänge an höheren Fachschulen schliessen mit einem anerkannten Diplom ab, dem Bildungsgang wird die Ergänzung NDS HF beigefügt (z.B. «dipl. Controller/dipl.Controllerin NDS HF»).

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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 04.08.2017

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