Koordination im Hochschulbereich

Gemäss Bundesverfassung (Art. 63a BV) sorgen Bund und Kantone gemeinsam für einen qualitativ hochstehenden Hochschulraum. Für die Umsetzung dieses Verfassungsauftrags wurden drei Erlasse geschaffen:

  • Bundesgesetz über die Förderung der Hochschulen und die Koordination im schweizerischen Hochschulbereich (Hochschulförderungs- und -koordinationsgesetz, HFKG),

  • Interkantonale Vereinbarung über den schweizerischen Hochschulbereich (Hochschulkonkordat)

  • Zusammenarbeitsvereinbarung zwischen Bund und Kantonen (ZSAV).

Im Bundesgesetz wird der gesamte Hochschulbereich (universitäre Hochschulen, Fachhochschulen und Pädagogische Hochschulen) geregelt. Das HFKG ist ein Koordinations- und Förderungsgesetz und regelt die Ziele und die Grundsätze von Organisation und Verfahren der Koordination. Die Interkantonale Vereinbarung regelt die Zusammenarbeit der Vereinbarungskantone untereinander und mit dem Bund bei der Koordination im schweizerischen Hochschulbereich. Mit der Zusammenarbeitsvereinbarung werden die gemeinsamen Organe geschaffen, nämlich die Schweizerische Hochschulkonferenz, die Rektorenkonferenz und der Akkreditierungsrat. Jede Hochschule und jede Hochschulinstitution des Bundes und der Kantone verfügt weiterhin über eine eigene Gesetzesgrundlage des jeweiligen Trägergemeinwesens.

Grundsätze der Hochschulkoordination

  • Gesamtheitlicher Hochschulbereich

    Für universitäre Hochschulen, Fachhochschulen und Pädagogische Hochschulen gelten gemeinsame Kriterien. Gleichzeitig bleibt die Eigenständigkeit der Hochschultypen gewährleistet.

  • Vereinfachungen

    Die Organstruktur wurde vereinfacht. Es gibt nur noch eine Hochschulkonferenz, eine Rektorenkonferenz und einen Akkreditierungsrat.

  • Einbezug aller Kantone

    Alle Kantone sind Träger von Hochschulen oder an Trägerschaften von Hochschulen beteiligt und leisten Beiträge über die Interkantonalen Finanzierungsvereinbarungen IUV (Interkantonale Universitätsvereinbarung) und FHV (Interkantonale Fachhochschulvereinbarung).

  • Transparenz bei der Finanzierung

    Das Bundesgesetz schafft die Grundlage für eine erhöhte Transparenz bei der Hochschulfinanzierung.

  • Grundbeiträge des Bundes

    Die Beitragssätze des Bundes an die Hochschulen sind im Bundesgesetz festgeschrieben. Die Finanzierung der Pädagogischen Hochschulen obliegt weiterhin den Kantonen.

  • Autonomie der Träger

    Die Trägerkantone und die Hochschulen behalten ihre Autonomie. Eine Ausnahme bilden die «besonders kostenintensiven Bereiche» wie beispielsweise die Medizin oder die Spitzenforschung in den Naturwissenschaften.

Organstruktur

Schweizerische Hochschulkonferenz (SHK)

Die SHK mit zwei Versammlungsformen (Plenarversammlung und Hochschulrat) ist das oberste hochschulpolitische Organ von Bund und Kantonen und sorgt für die gesamtschweizerische Koordination von Bund und Kanton im Hochschulbereich.

Die Plenarversammlung behandelt Geschäfte, welche die Rechte und Pflichten des Bundes und aller Hochschulkonkordatskantone betreffen. Sie kann u.a. die Referenzkosten und die Beitragskategorien festlegen oder Empfehlungen für die Gewährung von Stipendien und Darlehen formulieren. Der Hochschulrat behandelt Geschäfte, welche die Aufgaben der Hochschulträger betreffen. Er kann u.a. Vorschriften erlassen über die Studienstufen und deren Übergänge, die einheitliche Benennung der Titel, die Durchlässigkeit und Mobilität, die Anerkennung von Abschlüssen. Für die gesamtschweizerische Anerkennung der Abschlüsse an Pädagogischen Hochschulen bleibt die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) zuständig; Grundlage ist das Diplomanerkennungskonkordat von 1993.

Rektorenkonferenz

Die Rektorenkonferenz der schweizerischen Hochschulen (swissuniversities) vertritt die Interessen der Hochschulen. In ihr sind alle Hochschulen durch ihre Rektoren/Rektorinnen und Präsidenten/Präsidentinnen vertreten. Die Rektorenkonferenz nimmt Stellung zu den Geschäften der Schweizerischen Hochschulkonferenz (SHK) und stellt im Namen der Hochschulen Anträge an diese. Ausserdem vertritt sie die Interessen der schweizerischen Hochschulen auf gesamtschweizerischer und auf internationaler Ebene. Sie kann Mandate des Bundes sowie Programm- bzw. Projektleitungen übernehmen.

Innerhalb der Rektorenkonferenz gibt es je eine Kammer für die universitären Hochschulen, die Fachhochschulen und die Pädagogischen Hochschulen. Diese erfüllen hochschultypen-spezifische Aufgaben:

  • Die Kammer universitäre Hochschulen sorgt insbesondere für die gegenseitige Information, die Harmonisierung akademischer Abläufe und Definitionen sowie für eine angemessene Aufgabenteilung unter den Universitäten und, im Rahmen der Organe von swissuniversities mit dem Fachhochschulbereich.

  • Die Kammer Fachhochschulen vertritt die Interessen und Ziele der Fachhochschulen im Rahmen von swissuniversities und gegenüber politischen Behörden, Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur. Sie setzt sich ein für die Koordination und die Weiterentwicklung in der Lehre, Forschung, Weiterbildung und Dienstleistung.

  • Die Kammer Pädagogische Hochschulen koordiniert und unterstützt die Weiterentwicklung der Lehrerinnen- und Lehrerbildung in den Leistungsbereichen Lehre, Forschung, Weiterbildung und Dienstleistungen. Sie vertritt die Interessen der Pädagogischen Hochschulen und die weiteren Institutionen der Lehrerinnen- und Lehrerbildung im Rahmen von swissuniversities und gegenüber politischen Behörden und der Öffentlichkeit.

Schweizerischer Akkreditierungsrat
Der Schweizerische Akkreditierungsrat als Expertengremium sorgt dafür, dass alle Schweizer Hochschulen nach einem einheitlichen Verfahren akkreditiert werden. Ihm ist die Schweizerische Agentur für Akkreditierung und Qualitätssicherung zugeordnet. Mit der institutionellen Akkreditierung erhalten die Hochschulen das Recht, in ihrem Namen die Bezeichnung «Universität», «Fachhochschule» oder «Pädagogische Hochschule» oder eine davon abgeleitete Bezeichnung zu führen, wie insbesondere «universitäres Institut» oder «Fachhochschulinstitut». Private Anbieter müssen dieselbe Akkreditierung durchlaufen, wenn sie die gesamtschweizerisch geschützte Bezeichnung führen wollen. Für die öffentlich-rechtlichen Universitäten und Fachhochschulen ist die institutionelle Akkreditierung zudem Voraussetzung für die Berechtigung, finanzielle Beiträge des Bundes zu erhalten. Die Programmakkreditierung ist fakultativ

Die interkantonalen Finanzierungs- und Freizügigkeitskonkordate ermöglichen den gleichberechtigten Zugang zu Hochschulinstitutionen in der ganzen Schweiz und regeln den Lastenausgleich zwischen den Kantonen.

Jede Hochschule und jede Hochschulinstitution des Bundes und der Kantone verfügt weiterhin über eine eigene Gesetzesgrundlage des jeweiligen Trägergemeinwesens.

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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 21.05.2015

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