Lehrerinnen- und Lehrerbildung

Schlüsselbegriffe: Anerkennung von Diplomen der Lehrerinnen- und Lehrerbildung / Mobilität und Austausch / Bologna-Prozess / European Credit Transfer and Accumulation System (ECTS) / Koordination im Bereich Pädagogische Hochschulen / Koordination im Hochschulbereich

Ausbildung von Lehrpersonen

Die Ausbildung von Lehrpersonen für die Vorschulstufe, die Primarstufe, die Sekundarstufe I und für gymnasiale Maturitätsschulen sowie für Berufe im Bereich der Sonderpädagogik erfolgt an Hochschulen – mehrheitlich an Pädagogischen Hochschulen. In den 1990er-Jahren führte eine umfassende Reform der Lehrerinnen- und Lehrerbildung zur Schaffung von Pädagogischen Hochschulen. Seither findet die Ausbildung der Lehrpersonen für sämtliche Schulstufen an Hochschulen statt (Tertiarisierung der Lehrerinnen- und Lehrerbildung). Bis dahin war die Ausbildung der Lehrpersonen für die Vorschulstufe und die Primarstufe mehrheitlich an Bildungsinstitutionen der Sekundarstufe II erfolgt (Seminarien).

Die Pädagogischen Hochschulen gehören aufgrund ihrer praxisorientierten Studiengänge und ihrer berufsfeldorientierten Forschung typologisch zu den Fachhochschulen. Sie werden jedoch anders gesteuert. Als rechtliche Grundlage dafür gilt auf schweizerischer Ebene das Diplomanerkennungsrecht der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK). Der Leistungsauftrag der Pädagogischen Hochschulen umfasst Lehre (Aus- und Weiterbildung), anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung sowie die Erbringung von Dienstleistungen.

Die Studiengänge der Lehrerinnen- und Lehrerbildung sind berufsqualifizierend und enthalten fachwissenschaftliche, fachdidaktische sowie erziehungswissenschaftliche und berufspraktische Anteile. Sie verbinden Theorie und Praxis sowie Lehre und Forschung. Ziel ist die Vermittlung von Wissens- und Handlungskompetenzen für die Erziehung und Bildung von Schülerinnen und Schülern der verschiedenen Schulstufen bzw. für Kinder und Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen. Die Ausbildung erfolgt nach dem zweistufigen Modell mit Bachelor- und Masterstudiengängen gemäss der Bologna-Deklaration. Die Studienleistungen werden mit ECTS-Punkten gemessen. Die Dauer des Studiums hängt von der gewählten Ausbildung ab. Die Absolventinnen und Absolventen der Studiengänge erhalten ein Lehrdiplom für die jeweilige Schulstufe oder ein Berufsdiplom im Bereich der Sonderpädagogik und zusätzlich einen Bachelor- oder Masterabschluss. (Ausnahme: Lehrpersonen für Maturitätsschulen erhalten nur ein Lehrdiplom. Der Masterabschluss erfolgt im Rahmen des fachwissenschaftlichen Studiums). Die Lehr- und Berufsdiplome sind schweizerisch anerkannt.

  • Lehrperson für die Vorschulstufe und/oder die Primarstufe

  • Lehrperson für die Sekundarstufe I

  • Lehrperson für Maturitätsschulen

  • Ausbildungen im Bereich der Sonderpädagogik: Vertiefungsrichtungen Heilpädagogische Früherziehung und Schulische Heilpädagogik

  • Ausbildungen in der Logopädie und der Psychomotoriktherapie

Ausbildung von Berufsbildungsverantwortlichen

Die Ausbildung von Berufsbildnern und Berufsbildnerinnen in Lehrbetrieben, von Lehrpersonen an Berufsfachschulen und höheren Fachschulen sowie von Lehrpersonen in der beruflichen Weiterbildung erfolgt an Hochschulen und an weiteren Bildungsinstitutionen. Die Ausbildung von Berufsbildungsverantwortlichen wird im Rahmen der Berufsbildung vom Bund geregelt. Die Studiengänge variieren je nach Zielstufe und Unterrichtspensum (neben- oder hauptberufliche Tätigkeiten).

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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 16.12.2016

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