Lernziele und Beurteilung

Schlüsselbegriffe: Validierung von Bildungsleistungen / Berufsbildung Schweiz

In der beruflichen Grundbildung werden Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt und erworben, die zur Ausübung einer Tätigkeit in einem bestimmten Beruf oder in einem Berufsfeld erforderlich sind.

Berufliche Grundbildung
Die berufliche Grundbildung umfasst die Bildung in beruflicher Praxis sowie Allgemeinbildung und berufskundliche schulische Bildung. Die spezifischen Leistungsziele, Bildungsinhalte und deren Aufteilung auf die drei Lernorte (Berufsfachschule, Lehrbetrieb, überbetriebliche Kurse) werden in den Verordnungen über die berufliche Grundbildung für die entsprechenden Berufe sowie in den jeweiligen Bildungsplänen festgelegt. Bildungspläne sind inhaltliche und berufspädagogische Konzepte der beruflichen Grundbildung. Der allgemeinbildende Unterricht in den Berufsfachschulen wird durch die Verordnung des SBFI über Mindestvorschriften für die Allgemeinbildung in der beruflichen Grundbildung und dem entsprechenden Rahmenlehrplan für den allgemeinbildenden Unterricht in der beruflichen Grundbildung geregelt.

Berufsmaturität
Die Berufsmaturität bereitet auf die Aufnahme eines Fachhochschulstudiums vor. Ziele, Umfang und Vertiefungsmöglichkeiten werden in der Verordnung über die eidgenössische Berufsmaturität (Berufsmaturitätsverordnung) und dem Rahmenlehrplan für die Berufsmaturität geregelt.

Beurteilung der Lernenden und Abschluss

Die jeweiligen Verordnungen über die berufliche Grundbildung regeln die Beurteilungsverfahren im Lehrbetrieb und im schulischen Unterricht.

Lehrbetrieb
Der Berufsbildner/die Berufsbildnerin im Lehrbetrieb bespricht den Lernerfolg mit den Lernenden und hält deren Bildungsstand in einem Bildungsbericht fest. Pro Semester wird ein Bildungsbericht ausgestellt. Dieser enthält Zielvereinbarungen zwischen Lernenden und Berufsbildnern und -bildnerinnen, die regelmässig überprüft werden. Beurteilt werden Fach-, Methoden-, Sozial- und Selbstkompetenzen sowie die erreichten Leistungen in Berufsfachschule und überbetrieblichen Kursen. Die Lernenden halten in der Lerndokumentation systematisch alle wesentlichen Arbeiten, die erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie Erfahrungen fest. Die Lerndokumentation der Lernenden gibt den Berufsbildnern und Berufsbildnerinnen Aufschluss über Bildungsverlauf, Berufsinteresse und das persönliche Engagement der Lernenden.

Berufsfachschule
In der Berufsfachschule werden die erbrachten Leistungen der Lernenden in den einzelnen Fächern semesterweise in einem Zeugnis beurteilt (6 = beste Note; 4 = genügend; unter 4 = ungenügend). Bei schulischen Leistungen, die den Erfolg der betrieblich organisierten Grundbildung in Frage stellen oder bei ungenügendem Verhalten der Lernenden, nimmt die Berufsfachschule mit dem Lehrbetrieb Kontakt auf, um entsprechende Massnahmen zu treffen. Gegebenenfalls muss bei ungenügenden Leistungen das gesamte Ausbildungsjahr wiederholt oder die Ausbildung abgebrochen werden.

Berufsmaturität
Die Leistungsbewertung und die Versetzung in der Berufsmaturität werden in der Berufsmaturitätsverordnung geregelt. Bei ungenügenden Leistungen erfolgt die Versetzung ins nächste Semester provisorisch. Dies ist nur ein Mal während der gesamten Ausbildung möglich. Gegen Ende der Ausbildung verfassen oder gestalten die Lernenden eine interdisziplinäre Projektarbeit. Sie ist Bestandteil der Berufsmaturitätsprüfung und stellt Bezüge her zur Arbeitswelt und zu mindestens zwei Fächern des Berufsmaturitätsunterrichts.

Abschlusszeugnis

Die zweijährige berufliche Grundbildung schliesst mit einem eidgenössischen Berufsattest ab. Je nach Berufsfeld kann nach dem Berufsattest eine verkürzte drei- oder vierjährige berufliche Grundbildung absolviert werden.

Die drei- oder vierjährige berufliche Grundbildung schliesst mit einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis ab.

Die Berufsmaturitätsbildung wird mit einem eidgenössischen Berufsmaturitätszeugnis abgeschlossen. Zusätzlich sind die Absolvierenden im Besitz eines eidgenössischen Fähigkeitszeugnisses.

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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 04.04.2017

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