Lernziele und Beurteilung

Schlüsselbegriffe: Mobilität und Austausch / Unterrichtssprache / Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung / EVAMAR: Evaluation der Maturitätsreform

Bildungsziel der gymnasialen Maturitätsschulen ist es, Schülerinnen und Schülern im Hinblick auf ein lebenslanges Lernen grundlegende Kenntnisse zu vermitteln, die geistige Offenheit und die Fähigkeit zum selbstständigen Urteilen zu fördern sowie jene persönliche Reife zu erlangen, die Voraussetzung für ein Hochschulstudium ist. An gymnasialen Maturitätsschulen sollen Intellekt, Persönlichkeitsentwicklung und Gesundheit, persönliche Lern- und Arbeitstechniken, Wissensbeschaffung und der Umgang mit Informationstechnologien sowie Kompetenzen in den Bereichen Soziales, Ethik, Politik, Wissenschaft, Kommunikation, Kultur, Ästhetik gefördert werden.

Lehrplan und Fächer

Die Schulen unterrichten nach Lehrplänen, die vom Kanton erlassen oder genehmigt worden sind und sich nach dem Rahmenlehrplan für Maturitätsschulen der EDK richten.

Die Grundlagenfächer, ein Schwerpunktfach und ein Ergänzungsfach bilden die Maturitätsfächer, hinzu kommt die Maturaarbeit.

Folgende Fächer sind Grundlagenfächer:

  • erste Landessprache

  • eine zweite Landessprache

  • eine dritte Sprache (eine dritte Landessprache, Englisch oder eine alte Sprache)

  • Mathematik

  • Biologie

  • Chemie

  • Physik

  • Geschichte

  • Geografie

  • Bildnerisches Gestalten und/oder Musik

Als weiteres obligatorisches Fach belegen alle Schülerinnen und Schüler eine Einführung in Wirtschaft und Recht. Die Kantone können Philosophie als weiteres Grundlagenfach anbieten.

Das Schwerpunktfach kann aus acht, das Ergänzungsfach aus vierzehn Fächern oder Fächergruppen ausgewählt werden. Es werden nicht alle Fächer in allen Schulen angeboten. Massgebend für das entsprechende Ausbildungsangebot einer gymnasialen Maturitätsschule sind die Bestimmungen des Kantons.

Die Kantone legen die Wochenstundenzahlen gemäss dem Reglement der EDK, resp. der Verordnung des Bundesrates über die Anerkennung von gymnasialen Maturitätsausweisen (MAR/MAV) fest. Gemäss diesem beträgt der Unterrichtsanteil der Sprachen 30 bis 40%, der Bereich Mathematik und Naturwissenschaften wird mit 25 bis 35% dotiert, Geistes- und Sozialwissenschaften mit 10 bis 20%, Bildnerisches Gestalten und/oder Musik mit 5 bis 10%. 15 bis 25% müssen für den Wahlbereich (Schwerpunktfach, Ergänzungsfach sowie die Maturaarbeit) aufgewendet werden.

In der Mehrheit der Kantone gibt es gymnasiale Maturitätsschulen, in denen eine zweisprachige Maturität erlangt werden kann. Zudem können Schülerinnen und Schüler oft internationale Fremdsprachenzertifikate erwerben, oder es werden Vorbereitungskurse auf die Zertifikatsprüfungen angeboten.

Beurteilung der Schülerinnen und Schüler

Die Kantone regeln die Beurteilung der Schülerinnen und Schüler. Die Beurteilung orientiert sich an den Lernzielen des Lehrplans. Die Lehrperson legt aufgrund der Lernziele fest, was die Schülerinnen und Schüler erreichen müssen und ist verantwortlich für die Beurteilung. Die Leistungen werden mit Noten von 1 bis 6 (6 = beste Note; 4 = genügend; unter 4 = ungenügend) bewertet. Am Ende eines Semesters oder am Ende des Schuljahres wird ein Zeugnis ausgestellt, das über die Versetzung in die nächste Klasse entscheidet. Lernberichte sind wenig gebräuchlich.

Abschlusszeugnis

Am Ende der Ausbildung findet in mindestens fünf Maturitätsfächern eine schriftliche Maturitätsprüfung statt, die zusätzlich durch eine mündliche Prüfung ergänzt werden kann. Prüfungsfächer sind die Erstsprache, eine zweite Landessprache, Mathematik, das Schwerpunktfach und ein weiteres Fach. Zu den Maturitätsnoten zählen

  • die Leistungen in den Prüfungsfächern und die erzielten Leistungen im letzten Ausbildungsjahr

  • die Leistungen in den übrigen Fächern im letzten Ausbildungsjahr, in dem das Fach unterrichtet worden ist

  • die Bewertung der Maturaarbeit

Die Maturaarbeit ist eine grössere eigenständige Arbeit, welche die Schülerinnen und Schüler erstellen und präsentieren. Sie wird in der Regel im zweitletzten oder letzten Jahr des Maturitätsschulunterrichts erstellt.
Das Reglement der EDK resp. die Verordnung des Bundesrates über die Anerkennung von gymnasialen Maturitätsausweisen (MAR/MAV) regelt die Bestehensnormen zur Erlangung eines gymnasialen Maturitätsausweises.
Der gymnasiale Maturitätsausweis berechtigt grundsätzlich zum direkten Zugang zu kantonalen Universitäten, Eidgenössischen Technischen Hochschulen (ETH) und Pädagogischen Hochschulen sowie mit Zusatzleistungen zu Fachhochschulen.

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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 04.10.2016

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