Zuständigkeiten im Bildungswesen

Schlüsselbegriffe: Bildungsausgaben / Berufsbildung Schweiz / Steuerung der Berufsbildung / Koordination im Hochschulbereich / Koordination im Bereich Pädagogische Hochschulen

Die Zuständigkeiten für Regelung, Finanzierung, Vollzug und Aufsicht variieren je nach Bildungsstufe und Bildungseinrichtung:

Primarstufe (inkl. Kindergarten oder Eingangsstufe) und Sek I

Die Bundesverfassung (Art. 19 und 62 BV) gewährleistet, dass die Kantone für einen ausreichenden Grundschulunterricht sorgen, der allen Kindern offen steht und an öffentlichen Schulen unentgeltlich ist. Die Kantone sind zuständig für die Regelung und Aufsicht der obligatorischen Schule. Die Gemeinden sind Träger der Primarschulen. Schulen der Sekundarstufe I können auch vom Kanton geführt werden.

Sekundarstufe II

Gymnasiale Maturitätsschulen und Fachmittelschulen
Die Kantone sind zuständig für die gymnasialen Maturitätsschulen und Fachmittelschulen. Sie sind Träger der Schulen und übernehmen deren Aufsicht und Finanzierung. Bund und Kantone sind gemeinsam verantwortlich für die gesamtschweizerische Anerkennung der gymnasialen Maturität. Für die Anerkennung der Fachmittelschulen und ihrer Abschlüsse gelten interkantonale Regelungen.

Berufliche Grundbildung
Die gesamte Berufsbildung (berufliche Grundbildung, höhere Berufsbildung und berufsorientierte Weiterbildung) liegt in der Regelungskompetenz des Bundes (Art. 63 BV). Das Bundesgesetz über die Berufsbildung (Berufsbildungsgesetz BBG) definiert die Berufsbildung als gemeinsame Aufgabe von Bund, Kantonen und Organisationen der Arbeitswelt (OdA). Die Kantone sind zuständig für den Vollzug der beruflichen Grundbildung. Sie übernehmen deren Aufsicht und den Hauptteil der öffentlichen Finanzierung und sind Träger der Bildungseinrichtungen. Der Bund hat die strategische Steuerung und Entwicklung der gesamten Berufsbildung inne und beteiligt sich an der Finanzierung. Die OdA und Betriebe übernehmen wichtige Aufgaben im Bereich der beruflichen Grundbildung und beteiligen sich an der Finanzierung.

Tertiärstufe

Höhere Berufsbildung
Die höhere Berufsbildung ist Teil der Berufsbildung und obliegt der Regelungskompetenz des Bundes. Bund, Kantone und Organisationen der Arbeitswelt (OdA) arbeiten im Rahmen ihrer Zuständigkeiten zusammen. Die Kantone gestalten den Vollzug, sind Träger einer Vielzahl von Ausbildungseinrichtungen und übernehmen die Aufsicht über die höheren Fachschulen. Die Organisationen der Arbeitswelt (OdA) regeln unter der Genehmigung des Bundes verschiedene Aspekte der eidgenössischen Berufsprüfungen und höheren Fachprüfungen. Sie können höhere Fachschulen führen und Vorbereitungskurse für die eidgenössischen Berufs- und höheren Fachprüfungen anbieten. Bund und Kantone beteiligen sich an der Finanzierung der höheren Berufsbildung. Absolvierende der eidgenössischen Berufs- und höheren Fachprüfungen und ihre Arbeitgeber übernehmen den Hauptteil bei der Finanzierung der Vorbereitungskurse.

Hochschulen
Gemäss Bundesverfassung (Art. 63a BV) sorgen Bund und Kantone gemeinsam für einen qualitativ hochstehenden Hochschulraum. Für die Umsetzung dieses Verfassungsauftrags wurden drei Erlasse geschaffen:

  • Bundesgesetz über die Förderung der Hochschulen und die Koordination im schweizerischen Hochschulbereich (Hochschulförderungs- und -koordinationsgesetz, HFKG)

  • Interkantonale Vereinbarung über den schweizerischen Hochschulbereich (Hochschulkonkordat)

  • Zusammenarbeitsvereinbarung zwischen Bund und Kantonen (ZSAV).

Im Bundesgesetz wird der gesamte Hochschulbereich (universitäre Hochschulen, Fachhochschulen und Pädagogische Hochschulen) geregelt. Das HFKG ist ein Koordinations- und Förderungsgesetz und regelt die Ziele und die Grundsätze von Organisation und Verfahren der Koordination. Die Interkantonale Vereinbarung regelt die Zusammenarbeit der Vereinbarungskantone untereinander und mit dem Bund bei der Koordination im schweizerischen Hochschulbereich. Mit der Zusammenarbeitsvereinbarung werden die gemeinsamen Organe geschaffen, nämlich die Schweizerische Hochschulkonferenz, die Rektorenkonferenz und der Akkreditierungsrat. Jede Hochschule und jede Hochschulinstitution des Bundes und der Kantone verfügt weiterhin über eine eigene Gesetzesgrundlage des jeweiligen Trägergemeinwesens.

Weiterbildung

Die Weiterbildung zeichnet sich aus durch eine Heterogenität u.a. bezüglich Regelung, Trägerschaft und Finanzierung. Bund und Kantone handeln hauptsächlich subsidiär. Sie greifen in jene Bereiche der Weiterbildung ein, in denen ohne entsprechende Regelung oder Fördermassnahmen die angestrebten Ziele und Wirkungen nicht erreicht würden. Sowohl Bund als auch Kantone regeln bestimmte Bereiche der Weiterbildung.
Durch die Revision der Bildungsbestimmungen in der Bundesverfassung (Art. 6a BV) hat der Bund die Kompetenz erhalten, Grundsätze über die Weiterbildung in einem Gesetz festzulegen. Mit dem neuen Weiterbildungsgesetz wird der Verfassungsauftrag zur Weiterbildung umgesetzt. Das Gesetz ordnet die Weiterbildung in den Bildungsraum Schweiz ein und legt Grundsätze über die Weiterbildung fest. Weiterbildung ist überwiegend marktwirtschaftlich organisiert. Private übernehmen als Träger und Anbieter sowie bei der Finanzierung der Weiterbildung eine zentrale Rolle.

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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 04.10.2016

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